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Die Sims 4 angespielt: Ausführlicher Ersteindruck – Emotionen, Baumodus, Sim-Erstellung, Welten und mehr

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Lange hat es gedauert, bis wir endlich einmal selbst Die Sims 4 anspielen konnten, deren Veröffentlichung bereits am 2. September 2014 (Nordamerika) bzw. 4. September (Europa) ansteht. Auf der zurückliegenden Gamescom war es dann endlich soweit: eine in weiten Teilen bereits auf Deutsch lokalisierte Beta-Version von Die Sims 4 wartete nur darauf zwei Stunden lang von uns unter die Lupe genommen zu werden. Dass diese Zeit, auch wenn man natürlich öfter mal nach links und rechts schaute, um die Aktivitäten der anderen anwesenden Tester auf den Monitoren zu beobachten, nicht ausreichte, um sich ein gefestigtes, endgültiges Bild von Die Sims 4 zu machen, sollte jedem klar sein. Aus diesem Grund beschränkt sich der Artikel auch mehr auf die Schilderung von subjektiven Ersteindrücken und die damit einhergehenden Gedanken, als mit Zahlen, Daten und Fakten etwa zur Anzahl der Objekte oder Interaktionen.

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Erstelle einen Sim in Die Sims 4

Nachdem wir ja bereits 2013 die Ehre hatten, auf dem Sims 4 Camp den neuen Erstelle-einen-Sim-Modus von Die Sims 4 anzutesten und seit mehr als einem Monat dann auch die Sims 4 Erstelle-einen-Sim-Demo testen konnten, lässt sich bezüglich dieses Teils des Spiels bereits ein endgültiges Fazit ziehen. Die Bestimmung der Merkmale, Bestreben (ähnlich den Lebenszielen aus die Sims 3), Gangarten, Namen usw. in diesem Modus bietet keine sonderlich großen Innovationsmöglichkeiten, weswegen man diesbezüglich auch nicht viele Worte verlieren muss.

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Viel interessanter sind die vielen unsichtbaren Regler, die einen per einfacher Mausbewegenung den Sim stufenlos formen lassen, als wäre er Wachs in den virtuellen Händen. Gerade im Gesicht, welches für den Ausdruck der als Hauptfeature von Die Sims 4 angepriesenen Emotionen natürlich von größter Wichtigkeit ist, lassen sich nun wesentlich mehr Partien, bis ins kleinste Detail anpassen. Das geht nicht nur leicht von der Hand, sondern macht auch tierisch Spaß. Etwas größer könnte die Auswahl an Frisuren, Farben usw. allerdings noch werden.

Eltern hoffen ja bekanntlich immer, dass ihre 50% Erbgut nur die positiven Erbinformationen weitergeben. Dummerweise merkt man dann erst oft nach Jahrzehnten dass dem nicht der Fall war, wenn dem Sohnemann mit 25 bereits die Haare ausgehen oder das Töchterchen selbst mit 18 noch mit Stefan, statt mit Stefanie angeredet wird. Wie gut, dass sich Die Sims 4 als Lebenssimulation im Erstelle-einen-Sim-Modus diese Themas annimmt und dort Kinder oder Geschwister auf Basis von Eltern ziemlich glaubhaft erstellt. Diese Genkreuzungsexperimente machen großen Spaß.

Schon im Vorfeld bekannt war, dass es in Sims 4 kein Create-a-Style-Tool mehr geben wird, was Gestaltung von Kleidung nach eigenem Geschmack natürlich entsprechend einschränkt.

Was die Kernaufgabe, nämlich die optische Gestaltung der Sims angeht, ist der Erstelle-einen-Sim-Modus von Die Sims 4 jedoch der bislang beste.

Der Baumodus in Die Sims 4

Wer schon in den vorangegangenen Sims-Teilen sich hauptsächlich mit dem Bau von Häusern beschäftigt hat, der wird mit Die Sims 4 sicherlich noch sehr viel Freude haben, denn schon jetzt ist der Baumodus, der von Grund auf neu Konzipiert wurde, eine Wucht. Diese sehr unkritische Aussage rührt nicht nur daher, selbst abgedrehteste, futurischstische Häuser ebenso einfach und vor allem schnell zu errichten sind wie barocke Prachtschlösser, sondern, dass wirklich alles auch mit wenigen Mausklicks später wieder geändert und angepasst werden kann. Sogar ganze Häuser lassen sich verschieben.

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Fällt den Sims mal wieder die Decke auf den Kopf? Kein Problem: dann wird die Wandhöhe eben erhöht! Der Bau wurde ohne Fundament hochgezogen? Was soll’s, das geht ebenfalls nachträglich. Sogar die Treppen passen sich der Höhe von Wänden und dem Fundament an. Ebenso leicht, wie bislang geschildert, kann man auch einzelne Räume anbauen, in die Länge ziehen, verkleinern oder auch einfach aus dem Haus wieder löschen.

Was den Häusern an Keller fehlt, den gibt es vorerst nämlich eben sowenig wie Pools, wird bei den Dächern wieder wett gemacht. Wie dünnes Aluminium kann man fast jede nur erdenkliche Dachform erstellen, Dächer mit anderen kombinieren, sie nachträglich abflachen, anspitzen und und und.

Fast schon verschämt des vielen Lobes, muss an dieser Stelle auch noch dem Katalog-/Kaufmodus eine einfache Handhabung bei üppiger Auswahl attestiert werden.

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In puncto Bedienfreundlichkeit ist den Entwicklern beim Baumodus wirklich alles gelungen. Wer etwas zu meckern suchen will, der muss sich leider mit dem Begnügen, was aktuell nicht möglich ist: dem Tiefbau und der damit einhergehenden Umgestaltung des Geländes. So wie sich der Sims 4 Baumodus jedoch im Spiel präsentiert, haben die Entwickler hier ihre Hausaufgaben gemacht: Note Eins!

Die Galerie in Sims 4

Die Galerie stellt die konsequente Weiterentwicklung des Sims 3 Exchanges dar. Sie ist direkt aus dem Spiel aufrufbar und dort können Sims, einzelne Räume (inklusive Einrichtung) aber auch ganze Häuser hochgeladen und so mit der Community geteilt werden. Sucht man in der Galerie etwa nach einem tollen Raum und wird fündig, dauert es nur Sekunden, bis man man ihn im eigenen Spiel verwenden kann. Ebenso schnell kann man natürlich auch eigene gespeicherte Räume anderen zur Verfügung stellen.

Auch mit der der Sims 4 Galerie wurde ein einfach zu bedienendes und sehr praktisches Tool geschaffen, welches allerdings noch weitere Filteroptionen vertragen könnte, sodass man gezielter nach bestimmten Vorgaben suchen kann.

Das Welten- und Nachbarschaftensystem in Sims 4

War es in Sims 3 unter anderem die nahtlos ineinander übergehende Nachbarschaft, in der man sich frei bewegen konnte, so muss man sich in Sims 4 wieder umgewöhnen. Die Entwickler von Maxis haben ein völlig neues Welten-System erschaffen, welches Vor- aber natürlich auch Nachteile hat – je nach Standpunkt.

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In Sims 4 kann man zwischen den verschiedenen Welten (zum Release Willow Creek und Oasis Springs) per Mausklick einfach hin und herspringen. Die Welten selbst bestehen aus einer Übersichtskarte, die in einzelne Nachbarschaften aufgeteilt ist, auf denen sich bis zu 5 Grundstücke befinden können. Die Grundtsücke selbst bilden also die kleinste Einheit und es wird immer nur das gerade aktive Grundstück voll geladen. Will man innerhalb einer Nachbarschaft mit mehreren Sims ein anderes Grundstück als das aktuell geladene betreten, erscheint ein etwa 15 Sekunden langer Ladebildschirm. Selbiges gilt natürlich für Reisen in andere Nachbarschaften und auch in andere Welten.

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Vorteil dieser Unterteilung ist es natürlich, dass schlicht und einfach weniger Rechenpower benötigt wird und Die Sims 4 so auch auf wesentlich schlechteren Systemen flüssig läuft. Das ist insofern verständlich, da ein Großteil der Sims-Spieler eher schwächere Durchschnittsnotebooks verwendet, anstatt hochgerüsteter Spiele-PCs.

Auch wenn man mit den Sims innerhalb einer Nachbarschaft herumlaufen und sich mit anderen auf einem Gemeinschaftsgrundstück treffen kann, so fühlt man sich durch die Ladebildschirme doch immer ein wenig der Illusion beraubt, sich in einer offenen Nachbarschaft zu befinden, die einem die Sicht in die Ferne vermittelt. Manche Spielertypen wird dieses neue Stadt-Modell nicht im geringsten stören, andere werden sicherlich bemängeln, dass nicht zumindest alle Grundstücke einer Nachbarschaft auf einen Schlag geladen werden.

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Beide Städte, sowohl die Wüstenstadt Oasis Springs, als auch die Südstaatenschönheit Willow Creek sind sehr stimmig entworfen und gefallen auf den ersten Blick. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Viele Dinge in den Städten, wie etwa die Straßenbahn, dienen einzig dem Ambiente und man kann nicht mit ihnen Interagieren. Dafür haben sich die Entwickler andere Dinge ausgedacht, mit denen man sehr wohl interagieren kann: nämlich zwei Geheime Orte: Crick Cabana und Forgotton Grotto sind nur zugänglich, wenn man mit viel Geschick eine Mine öffnet respektive die Öffnung eines besonderen Baumes betritt. Diese Rabbit Holes, in denen die Sims verschwinden sind in Sims 4 zugänglich. Das lässt zukünftig darauf hoffen, die Sims eventuell mal bei Ihrer Arbeit begleiten oder in der Schule besuchen zu können. Im konkreten Fall finden sich in den genannten Gebieten seltene Sammelobjekte.

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Halten wir fest: vom Design und der Stimmung her sind die Welten toll umgesetzt, technisch gefiel uns die Rückkehr zu kleineren Gebietseinheiten jedoch weniger.

Emotionen, Animationen und Interaktionen in Sims 4

Wenn man es nicht selbst erlebt hat, fällt es einem in der Tat zunächst schwer, zu verstehen, warum die Entwickler seit einem Jahr immer wieder betonen, dass es in Die Sims 4 um Emotionen, um Emotionen und ähhh um Emotionen geht. Doch wenn man dann erst einmal selbst einen Blick ins Spiel werfen konnte bemerkt man, wie vielschichtig sich die Emotionen im Spiel ausdrücken und was alles mit ihnen verknüpft ist ist.

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Durch Handlungen werden bei einem Sim verschiedenste Stimmungspunkte in drei Intensitätsstufen gesammelt, die letztendlich zu einem emotionalen Zustand führen, der einige Zeit andauert. Ist der Sim dann zum Beispiel Wütend, stampft er durch die Gegend und verzieht grimmig das Gesicht. Welches Gefühl in einem Sim gerade vorherrscht, darüber gibt eine einzigartige Farbe, die jeder Emotion zugeordnet ist, rund um das Portrait der Benutzeroberfläche Auskunft. Sims unter emotionalem Einfluss stehen gewisse Interaktionen zur Verfügung, die ansonsten nicht zugänglich sind. Viele Animationen der Sims sehen, entsprechend der jeweiligen Emotion, die vorherrscht, auch ganz anders aus, als im Normalzustand. Alles in allem wirken die Sims insgesamt sehr viel menschlicher, als noch in Die Sims 3, auch wenn die „Emotionen“ auf den ersten Blick nicht als DAS MEGA FEATURE wahrgenommen werden.

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Besonders positiv fiel die große Menge an unterschiedlichsten Interaktionen ins Auge, die in Die Sims 4 möglich sind und die einen nicht selten zum Schmunzeln bringen. Sei es ein Elektroschockhandschlag oder die Chance, sich mit den Geschwistern über die unmöglichen Eltern auszulassen. Aber auch der gewohnte Sims-Humor bleibt nicht auf der Strecke. Herzhaft gelacht wurde zum Beispiel, als Gevatter Tod sich bei einem Brandopfer blicken ließ und…was sonst: den Feuerlöscher rausholte und mit dem – leider vergeblichen – Löschvorgang begann.

Sims 4 Gameplay-Video von der Gamescom 2014 (ohne Ton)

Fazit

Die Sims 4 wird es am Anfang sicherlich etwas schwer haben, seine Vorzüge skeptischen Spielern Schmackhaft zu machen. Hier lastet einfach die Bürde aus 3 Teilen Die Sims mit unzähligen Addons schwer. Alles was irgendwann mal im Spiel war, wird irgendwie im Hinetrkopf auch im 4. Teil erwartet. Allerdings fehlt einfach einiges in der Basis-Version (mitunter aus nachvollziehbaren Gründen), die dafür jedoch in den Kernbereichen überzeugt. Die Sims, deren Animationen, die Interaktionen, das Design der Welt und vor allem der Baumodus, in Kombination mit der Galerie, sind rundum gelungen. Auch wurde in vielen Bereichen die Menüführung stark verbessert, was zu mehr Übersichtlichkeit führt. Allerdings wäre es wirklich schön gewesen, zumindest einen größeren Inhaltsblock in Die Sims 4 zu sehen, der wirklich neu und revolutionär, anstatt evolutionär gewesen wäre. Jedoch heißt das Die Sims 4 Basisspiel bekanntlich ja nicht von ungefähr so. Das aktuelle System bietet in der Tat gute Chancen, dass später noch tolle Neuerungen folgen können, denkt man alleine an die Möglichkeiten der nun begehbaren Rabbit Holes und die Versprechen, dass Modifikationen besser unterstützt werden sollen.

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